Kleinere Beschädigungen können Sie problemlos mit Flüssigleder reparieren. Das Flüssigleder ist ein getönter Spachtel für die Reparatur kleinerer Löcher, Risse, tieferer Kratzer und Brüche. Flüssigleder füllt und klebt solche Schäden und bleibt nach dem Trocknen weich und flexibel.
Vorgehensweise
Bei grösseren Schäden ist es manchmal nicht möglich, nur durch Spachteln die Oberfläche der Reparatur schön gleichmässig und glatt zu bekommen. Solche Schadstellen müssen dann noch nachbearbeitet werden. Flüssigleder kann aber nicht trocken geschliffen werden. Das würde die Reparaturstelle beschädigen. In Fällen, wo eine Glättung der Reparaturstelle erforderlich ist, kann diese mit dem GLD – Stift durchgeführt werden. Die GLD – Lösung löst die obere Schicht der Reparaturmasse an, so dass die Oberfläche leicht nachbearbeitet werden kann. Den Deckel des GLD - Stiftes öffnen und die Filzspitze mehrfach eindrücken, damit sich der Filz mit der GLD - Lösung tränkt. Wird der Filz zu nass, den Überschuss mit einem Tuch abtupfen. Dann mit dem Stift die getrocknete Flüssiglederreparatur vorsichtig oberflächlich anlösen und glätten und erneut trocknen lassen. Alternativ kann die Reparaturstelle nach der Anlösung mit dem GLD - Stift auch mit dem Schleifpad nachgearbeitet werden. Beide Methoden dienen zur Glättung einer Reparatur. Immer vorsichtig und mit wenig GLD - Lösung arbeiten. Wird zu nass gearbeitet, „verschwimmt“ die Reparaturstelle. Auf diese Weise kann man eine Reparatur solange nachmodellieren, bis man mit dem Ergebnis zufrieden ist. Eine Lederstruktur kann nur mit einer Prägematte nachgeprägt werden. Solche Arbeiten sollte man aber von einer Fachfirma durchführen lassen. Meist sind die Leder im Schadensbereich glatt, so dass eine Prägung auch gar nicht erforderlich wird. Die Filzspitze des GLD - Stiftes kann bei Verunreinigungen oder Verschleiss herausgenommen und umgedreht neu eingesetzt werden. Insbesondere bei einem Farbwechsel sollte dieser Wechsel erfolgen. Flüssiglederreparaturen müssen zuletzt mit Leder Fresh farblich nachgetönt werden, um Farb- und Glanzunterschiede auszugleichen. Um das Flüssigleder ausreichend abzudecken, sollte das Leder Fresh mehrfach aufgetupft und mit einem Fön zwischendurch getrocknet werden. Das Leder dann einen Tag später mit Leder Protector pflegen.
Löcher sollten zuerst auf der Rückseite durch Gegenkleben verstärkt werden. Dazu verwendet man dünnen Stoff und den Lederkleber. Dann ein Stück Leder des Originalbezuges an einer verdeckten Stelle wegschneiden und passend zum Einsetzen zurechtschneiden. Anschliessend das passend geschnittene Lederstück mit unserem Lederkleber einkleben. Die von oben sichtbaren Aussenränder mit dem Flüssigleder wie oben beschrieben schliessen. Ein Riss im Leder Leder, die schon eingerissen sind, müssen erst daraufhin geprüft werden, ob das Leder nicht besser ausgetauscht werden sollte. Insbesondere lange Risse in alten und spröden Ledern oder Risse in besonders belasteten Bereichen sind häufig nicht reparabel bzw. nicht lange haltbar nach der Reparatur. Wir empfehlen Rissreparaturen nur bei noch stabilen Ledern und bei Risslängen von nur wenigen Zentimetern. Die Vorgehensweise: Kleine Risse, die nicht unter Spannung stehen, zuerst mit unserem Lederkleber provisorisch Stoss auf Stoss verkleben. Dann den Riss wie oben beschrieben mit Flüssigleder schliessen. Risse, die unter Spannung sind, sollten mit dünnem Stoff hinterklebt werden. Bei sehr grossen Rissen und sehr spröden Ledern kann man alle 3-4 Zentimeter eine Naht mit Knoten nach unten setzen. Den Faden anschliessend mit dem Flüssigleder kaschieren. Links und rechts vom Riss (das Leder darf dort nicht zu spröde sein) ein Loch durchstechen und Nähgarn mit einer Rundnadel durchfädeln. Den Knoten auf die Rückseite legen und nur bis Stoss auf Stoss des Risses zusammenziehen. Zu grosse Risse in belasteten Bereichen oder insgesamt zu schwache oder verhärtete Leder sollten aber besser durch neues Leder ersetzt werden.
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