Oldtimer Praxis 06/99 und Sonderheft 33/04 - Seite 4

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Oft sitzt in den Vertiefungen der Ledernarbung besonders viel Dreck, der mit einer sehr weichen Bürste nachbehandelt werden sollte. Auch dabei mehr mit Schaum als mit Wasser arbeiten!
 
Solche Stellen sollte man aber vorher mit einer Lupe näher untersuchen und prüfen, ob es sich wirklich um Narbung oder vielleicht doch um feine Risse handelt. Bei Rissen würde eine Behandlung mit der Bürste natürlich nichts bringen, es könnte sogar ein Teil der Farbschicht abgetragen werden. Wir brauchten für die Intensivreinigung des einen Sitzes rund eine halbe Stunde.
 
Bei alten Ledern verschiebt sich über die Jahre und die unterschiedlichsten Behandlungen der pH-Wert. Ein falscher pH-Wert beschleunigt aber den Abbau des Leders. Um das zu verhindern, gibt es nach der Reinigung eine einfache Lösung: Man mischt Essig-Essenz (25%ige Lösung) mit gleicher Menge Wasser und wischt das gereinigte und noch nicht reparierte oder gepflegte Leder mit dieser Mischung feucht ab. Keine Sorge, der Essigduft zieht wieder vollständig ab!
 
Leider zeigte unser Aston-Martin-Gestühl einige feine Risse in der Oberfläche. An ein paar Stellen war auch die Farbe fleckig, was aber nichts mit der durchgeführten Reinigung zu tun hat, auf dem sauberen Sitz fiel es aber erst jetzt richtig auf.
 
Die Risse behandelten wir mit Flüssiglederspachtel aus der Tube. Insgesamt 46 Farbtöne stehen zur Verfügung. Den mit Flüssigleder zu behandelnden Bereich vorher mit Reinigungs- oder Feuerzeugbenzin vorsichtig entfetten. Aus der Tubenspitze lässt man etwas Flüssigleder in den Riss fliessen und verstreicht das überschüssige Material dünn und wenige Millimeter breit auf das Leder rund um die Beschädigung. Dadurch schafft man eine geschlossene Oberfläche. Bei besonders klaffenden Rissen ist unter Umständen eine zweite oder auch eine dritte Behandlung nötig. Bedenken, das Flüssigleder würde nicht halten, sind unbegründet. Vorausgesetzt, die Reinigung wurde mit Reinigungs- oder Feuerzeugbenzin durchgeführt, haftet das spachtelartige Reparaturmaterial nach etwa einer halben Stunde Trocknungszeit sehr fest auf dem Leder und lässt sich praktisch nicht mehr entfernen. Es bleibt dabei von seiner Konsistenz her so elastisch wie das Leder selbst.
 
Je nach Anzahl der Risse kann es einige Zeit in Anspruch nehmen, bis alle schadhaften Stellen egalisiert sind. Die Zeit sollte man sich aber auch nehmen, das Ergebnis jedenfalls überzeugte. Eine Tube Flüssigleder im jeweiligen Farbton mit sieben Milliliter Inhalt kostet Fr. 24,90. Nicht ganz billig, mit dem Inhalt kann man aber eine Menge Risse behandeln. Beim Aston Martin hätte es locker für beide Vordersitze, die Rückbank und eventuelle Schäden am Armaturenbrett oder Türverkleidungen gereicht.
 
Lederpflege

Das Pflege- und Tönungsset für Fr. 78,00 beinhaltet den Reiniger "mild" oder "stark", die Tönung und den Protector.

Lederpflege

Hier wurde zu sehr gescheuert, die Färbung des Leders ist beschädigt. Abhilfe bringt nur eine Tönung.

Lederpflege

In 46 Farbnuancen ist die Ledertönung erhältlich. Farbkarten helfen bei der Auswahl. Für einen Aufpreis von Fr. 20,00 werden auch Sonderfarben nach Muster angemischt. Entweder unter dem Sitz ein Stück wegschneiden oder eine Kopfstütze oder eine Sonnenblende in gleicher Farbe zuschicken.

Lederpflege

Auch die Tönung sollte mit einem Schwamm aufgetragen werden, leichte bis mittlere Flecken und Farbschäden lassen sich mit dem Produkt gut egalisieren.

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